Aufgeführt


2016 - Vehfreud (ein krönender Abschluss)

1997 haben wir mit einer Gotthelf-Inszenierung (Brönz) angefangen, 2016 beendeten wir unsere Moosegg-Zeit wieder mit einer Gotthelf-Inszenierung.
Für unsere 20. und letzte Produktion wagte ich mich an die Erarbeitung einer eigenen Theaterfassung von Gotthelfs „Die Käserei in der Vehfreude“, obwohl der Stoff bereits in etlichen Bühnenfassungen vorliegt. Mich interessierte an dieser fast 500seitigen Geschichte aus der Schweiz aber nicht bloss die vermeintliche Komik der Dürlufts, oder die dunkle Veranlagung eines Eglihannes, mich interessierten vielmehr Gotthelfs trefflich und entlarvend beschriebene Machenschaften, Intrigen und Machtspiele rund um die „erzwängte“ Käserei.
Je länger ich mich mit dem Buch auseinandersetzte, desto mehr faszinierte mich, welch enormes Fachwissen sich Jeremias Gotthelf angeeignet haben musste, bevor er diese Geschichte schrieb. Für C.A. Loosli übrigens Anlass, an der Urheberschaft der Gotthelf‘schen Werke zu zweifeln. Mit „Jeremias Gotthelf, ein literaturgeschichtliches Rätsel?“, schrieb er dazu einen höchst lesenswerten interessanten Aufsatz. (siehe Band 4 „Gotthelfhandel“ der 7-bändigen Werkausgabe C.A. Loosli, Rotpunkt-Verlag, Zürich).
Ob er nun tatsächlich der alleinige Autor ist oder nicht, beeindruckend ist und bleibt die beispiellose Zeitlosigkeit, respektive anhaltende Gültigkeit, welche das Werk Gotthelfs auszeichnen. Dies gilt in hohem Masse auch für „Die Käserei in der Vehfreude“.
Der Fülle des Romans in einer rund neunzigminütigen Theaterfassung gerecht werden zu wollen, erwies sich indes schnell einmal als unmögliches Unterfangen. Angesichts des dichten, ineinander verwobenen Geschehens, angesichts der unzähligen Handlungsorte, angesichts der Fülle vorkommender Personen musste ich mich auf ein paar mir wichtig scheinende Momente beschränken. Die altersmässige und geschlechtsbedingte Zusammensetzung meines Ensembles erforderte zudem etliche „Anpassungen“ und auch bezüglich Spielorte war eine Verknappung unabdingbar. Aber schliesslich zeigten sich selbst Gotthelf-Puritaner ob unserer Fassung begeistert. Das grosse Können und die unbändige Spiellust meines grossartigen Ensembles erfreuten das Publikum auf der stets sehr gut besetzten Tribüne und auch die Wettergöttinnen verhielten sich mehrheitlich kooperativ. Alles in allem blicken wir stolz und glücklich auf einen krönenden Abschluss der Moosegg-Zeit zurück!
Peter Leu

 

und hier noch einige Bilder zur letzten Inszenierung (Fotos: Hans Wüthrich, Langnau)


2015 - Galgenbühl

Schauspiel von Beat Binder, neu bearbeitet von Peter Leu

Am 13./14. September 2015 jährte sich zum 500. Mal die Schlacht bei Marignano Sie war die kriegerische Auseinandersetzung zwischen den unterlegenen Eidgenossen und Frankreich um das Herzogtum Mailand.  Rund 20‘000 Mann stark war das Heer der Schweizer Söldner. Die Niederlage von Marignano ist bis heute das rein zahlenmässig, aber auch in seinen historischen Auswirkungen weitaus bedeutendste Ereignis der schweizerischen Militärgeschichte geblieb

Im Schauspiel „Galgenbühl“ ging es zwar nicht direkt um diese Schlacht, sondern vielmehr um eine Geschichte rund um ein paar dieser Schweizer Söldner oder Reisläufer, und um die Daheimgebliebenen, Bangenden, Hoffenden.

Sie wollen ihre Armut oder ihre Vergangenheit hinter sich lassen, möchten ein neues Leben beginnen. Einige von ihnen, weil sie „Dreck am Stecken“ haben, andere verschmähter Liebe wegen oder schlicht aus Abenteuerlust - kurz: Der Kriegsdienst für den Herzog von Mailand scheint verlockend. Der Preis für die Reisläuferei kann allerdings hoch sein: verlassene Liebe, körperliche und seelische Versehrtheit, Tod… 

und hier einige Bilder als Erinnerung (Fotos: Hans Wüthrich, Langnau)


2014 - Hansjoggeli der Erbvetter


Nach der Erzählung von Jeremias Gotthelf

Hansjoggeli, der reiche, unverheiratete Bauer vom “Nidlebode”, wird langsam alt und gebrechlich. Die zahlreichen Verwandten behalten ihn fest im Auge und umschmeicheln ihn mit Komplimenten, Geschenken und gutem Rat. Mitunter lästern sie über ihre Verwandten und verunglimpfen insbesondere die beiden Patenkinder Bäbeli und Bänz, welche als Magd und Knecht dem Nidlebodepuur treu und fleissig dienen.
Wer letztendlich zu den Erben des vielumworbenen Vetters zählt, verrät die mit vielen Überraschungen gekrönte Testamentseröffnung…

 

und hier noch ein paar Bilder zur Erinnerung (Fotograf: Markus Wehner, Biglen)


2013 - ds Schwingfescht

Komödie von Paul Steinmann

Im Spätsommer 2013 fand in Burgdorf das eidgenössische Schwing- und Älplerfest statt. Da liessen wir uns auf der Moosegg selbstverständlich nicht lumpen und wollten ebenfalls ein Schwingfest durchführen, nur ein kleines. Ein überaus kompetentes Organisationskomitee überliess nichts dem Zufall. Ob Sägemehl, Ehrendamen oder Lebendpreis – da wurde gefilzt und gestritten, geschmiert und intrigiert. Ob‘s trotz Pannen, Pech und Bienen schliesslich doch ein Schwingfest gab? Leider nein, denn ob all der Organisiererei, vergass das OK schliesslich, dass man wohl auch die Schwinger selber hätte einladen sollen...

 

 


2012 - dr Zuchthüsler

Tragikomödie von Markus Michel (Uraufführung)

Einmal „Verbrecher“, immer „Verbrecher“. Selbst, wenn gar nicht so sicher ist, dass die abgesessene Zuchthausstrafe rechtmässig war. Vieles spricht für die Unschuld des eigentlich sympathischen Ex-Zuchthäuslers, der zurückgezogen ausserhalb des Dorfes lebt.

Aber es braucht wenig, um einen solchen Menschen wieder zur Zielscheibe für Verdächtigungen, Spekulationen, Vorurteile, Ausgrenzung und Verfolgung zu machen.

Das gelegentlich himmeltraurige Verhalten der sogenannten Gesellschaft wird von Markus Michel mit den Mitteln der Groteske und Satire gezeigt, lachen ist also durchaus erlaubt - halt vielleicht auch über sich selber...


2011 - Eichbüehlersch - e starchi Frou

der zweite Teil der Romanbearbeitung von Simon Gfellers Roman "Eichbüehlersch - e Wägstrecki Bureläbtig" zeigt, wie der inzwischen erwachsene und verheiratete Resli der grossen Verantwortung für Hof und Familie nicht gewachsen ist. Er verfällt zunehmend dem Alkohol. Ein schwerer Unfall beendet sein Lotterleben, Käthi, seine Frau steht mit Hof und Kindern alleine da. Sie nimmt die Herausforderung an...


2010 - Eichbüehlersch - Chummerbueb

Das Plakat zu "Eichbüehlersch - dr Chummerbueb " von Hannes Zaugg-Graf
Plakat "Eichbüehlersch - Chummerbueb"

nach dem Roman "Eichbüehlersch - e Wägstrecki Bureläbtig" von Simon Gfeller

Theaterfassung von Marcel Reber (Uraufführung)

Regie: Peter Leu

Im ersten Teil verfolgen wir das Heranwachsen Resli Rüegseggers. Seine Eltern sind früh gestorben, er wird von der Grossmutter erzogen. Diese versucht alle Unbill, alle Gefahren und Vesuchungen von ihm fernzuhalten. Spiele mit den wilden Klötzli-Bengeln sind ihm genau so verwehrt, wie die Liebschaft zu einem Mädchen.

Aber auch die Grossmutter wird mit dem zunehmend verstockten Res nicht glücklich. Nach einem Nervenzusammenbruch wird sie vom Doktor zur Kur ins Schybebad geschickt. 

Dort lernt sie Graber Christian und dessen Tochter kennen. Mit List, Beharrlichkeit und der Hilfe Grabers werden Käthi und Res schliesslich ein Paar. 


2009 - Wurst wider Wurst

das Plakat zu "Wurst wider Wurst" vom Cartoonisten Beat Sigel
Plakat "Wurst wider Wurst"

Komödie nach einer Erzählung von Jeremias Gotthelf

Theaterfassung von Peter Steiger (Uraufführung)

Regie: Peter Leu

Der Kampf der Geschlechter einmal anders. Dumm stehen sie am Ende alle da, Frauen und Männer.


2008 - Die Brandnacht

Das Plakat zu "Brandnacht" von Franziska Ewald
Plakat Brandnacht

Stück nach dem gleichnamigen Roman von Sam Jaun

Theaterfassung von Marcel Reber (Uraufführung)

Regie: Peter Leu

Der Privatdetektiv scheitert am Filz eines Dorfes. Einerseits blockiert die Glaubensgemeinschaft die Ermittlungen, aber auch Politik, Polizei und Wirte scheinen gewaltig Dreck am Stecken zu haben. Amos, das Sektenoberhaupt und Jugendfreund Kellers hält die Verdächtigungen nicht aus, er schliesst sich in die Kapelle ein und zündet sie an...


2007 - VerDingt

Plakat zu VerDingt von Beatrix Sitter-Liver
Plakat VerDingt

Stück von E.Y. Meyer (Uraufführung)

Regie: Peter Leu

Bis in die 60er-Jahre sind schätzungsweise 100'000 Kinder verdingt oder fremdplatziert worden.

Auch die zwei kleinen Mädchen werden zu Bauern verschachert und dort übel misshandelt. Ein anderer Bauer verprügelt "seinen" Verdingbuben derart, dass dieser sich schliesslich umbringt...


"Die Exoten" FLT Moosegg 2006

2006 - Die Exoten

Komödie von Gerhard Polt

Dialektfassung und Regie: Peter Leu (Schweizer Erstaufführung)

Ein Dorf im Emmental. Föhn und Hügel, Schrattenfluh und Geranien. Aber auch: Autos aus Zürich, Basel, Hochhäuser und Betonsilos. Das Dorf ist in Gefahr:  Die Grossstädter erobern mit Hilfe des ortsansässigen Bauunternehmers ein emmentalishes Dorf als Zweitwohnung. Die alten Bauern sind im Touristenboom nur noch Exoten...


2005 - Täuferjagd

Stück von Marcel Reber (Uraufführung)

Regie: Peter Leu

Sie verweigerten der Obrigkeit den Treue-Eid, über ihnen steht nur Gott. Für die Gnädigen Herren und die Predikanten der offiziellen Kirche Grund genug, die Täufer zu verfolgen, zu verbannen, zu ertränken und zu köpfen...

Bilder zu "Täuferjagd"


2004 - Ds Summerfescht

Komödie nach der Erzählung "Der Ball" von Jeremias Gotthelf

Theaterfassung und Regie: Peter Leu (Uraufführung)

Von zwei Geschwistern aus gehobener städtischer Gesellschaft, die auszogen, sich auf dem Land eine gute Partie zu ergattern...

Bilder zu "Sommerfest"


2003 - Die Schattmattbauern

nach dem gleichnamigen Roman von Carl Albert Loosli

Theaterfassung von Marcel Reber (Uraufführung)

Regie: Peter Leu

Der junge Schattmattbauer wird Opfer einer unfassbar üblen Intrige. Der Alte inszeniert seinen Selbstmord aus Boshaftigkeit und Missgunst dermassen raffiniert, dass der junge Bauer des Mordes verdächtigt wird.

Eine ganze Familie zerbricht...

Bilder zu "Schattmattbauern"


2002 - Elsi, die seltsame Magd

nach der gleichnamigen Erzählung von Jeremias Gotthelf

Theaterfassung von Hansjörg Schneider

Regie: Peter Leu

Die Zeit der Gnädigen Herren zu Bern geht ihrem Ende entgegen, die Franzosen bedrohen Bern. Die Situation spaltet die Bevölkerung ind Bewahrer des alten und Befürworter eines neuen Staatssystems.

Die komplizierte Liebesgeschichte zwischen Elsi und Christen entwickelt sich in diesen Wirren und der Mobilisierung des Landsturms zum Drama. Viel zu spät begreift Elsi, dass sie ihre Liebe zeigen muss. Christen fällt im Kampf gegen die Franzosen...

Bilder zu "Elsi, die seltsame Magd"


2001 - Die schwarze Spinne

nach der gleichnamigen Novelle von Jeremias Gotthelf

Theaterfassung von Hansjörg Schneider

Dialektfassung und Regie: Peter Leu

Ritters Hans von Stoffeln verlangte von den Bauern der Umgebung immer aberwitzigere Arbeiten, zuletzt aus Angeberei die Umpflanzung von Bäumen auf einen Berg als Schattengang; diesen Auftrag knüpfte er an eine derart kurze Frist, dass sie die Bauern unmöglich erfüllen könnten, ohne ihre eigene Hofarbeit zum Erliegen zu bringen und auch Hunger zu leiden.

In dieser Notlage bietet der Teufel in Gestalt eines wilden Jägers seine Hilfe an. Als Lohn will er ein ungetauftes Kind. Nach der Beratung aller Bauern stimmen diese zu, die zugezogene Bäuerin Christine geht den Pakt ein, als dessen Besiegelung sie einen Kuss auf die Wange erhält. Tatsächlich erledigt der Jäger die Aufgabe mit seinen dämonischen Kräften und fordert seine Bezahlung.

Als ein Kind geboren wird, rettet der Pfarrer durch die Taufe das Kind sofort nach seiner Geburt. Christine spürt danach auf ihrer Wange einen brennenden Schmerz: Dort, wohin der wilde Jäger sie geküsst hat, entsteht ein schwarzer Fleck, der anschwillt und zu einer schwarzen Spinne wird.

Nachdem ein nächstes neugeborenes Kind getauft wird, bricht ein Unwetter aus und viele kleine Spinnen schlüpfen aus dem aufplatzenden Mal auf Christines Gesicht. Im Dorf verbreitet sich das Unheil, das Vieh stirbt in den Ställen. So erinnert der Teufel an die Erfüllung des Vertrages.

Als man beschließt, das nächste Neugeborene zu opfern, geht das Viehsterben zunächst zurück. Christine will das Neugeborene dem Teufel bringen, doch der Priester besprengt es sofort mit Weihwasser. Christine schrumpft zu einer Spinne, die den Pfarrer berührt und dadurch tötet. Nun mordet die Spinne unaufhaltsam Mensch und Tier, einschließlich von Stoffeln und die Ordensritter; Flucht und Gegenwehr erweisen sich als zwecklos. Eines Nachts ergreift die Mutter des betroffenen Kindes die Spinne, als diese ihr Haus aufsucht, drückt sie in ein Loch in den Fensterpfosten und schließt dieses durch einen Zapfen. Auch diese Frau stirbt durch die Berührung mit der Spinne, aber Ruhe und Frieden kehren in das Tal zurück.

Bilder zu "Die Schwarze Spinne"

2000 - Die Vögel

Komödie von Aristophanes

Dialektfassung und Regie: Peter Leu (Dialekt Erstaufführung)

Zwei unzufriedene Bürger ziehen aus, um im Reich der Vögel ein "unbekümmertes Stück Welt" zu finden.

Mit Hilfe des Vogelkönigs Wiedehopf wollen sie ein Luftreich (Wolkenkuckucksheim) zwischen den Göttern und den Menschen aufbauen. Konflikte mit den Göttern und den Menschen sind vorprogrammiert. Prometheus verhandelt, es kommt zum gütlichen Kompromiss...


1999 - Ungnädig

Stück von Ueli Remund (Uraufführung)

Die dramatischen Geschehnisse der Emmentaler- und Entlebucher Bauernkriege von 1654. Die Geschichte der Bauernführer Leuenberger, Galli, Emmenegger, Schybi usw. und ihr Kampf gegen die Gnädigen Herren von Bern und Luzern


1998 - Dr Franzos im Ybrig

Komödie von Thomas Hürlimann

Regie: Franz Matter


1997 - Brönz

nach der Erzählung

"Wie fünf Mädchen jämmerlich im Branntwein umkommen"

von Jeremias Gotthelf

Theaterfassung: Ueli Remund, Laupen (Uraufführung)

Regie: Franz Matter

Das Stück "Brönz" spielt in einem für damalige Verhältnisse durchschnittlichen Bauerndorf. Die Zeiten sind hart, die Leute arm. Brennereien schiessen wie Pilze aus dem Boden, denn das "Brönz" ist erstens billig und hilft zweitens, die Lasten des Alltags zu vergessen. Selbst Kleinkindern gibt man zur Beruhigung oder um Hunger und Schmerzen zu stillen, bereits vom gerfährlichen Geist.

Im Alter von 14 Jahren verliert Lisi seine Mutter und muss plötzlich für Haus, Herd und zwei kleine Geschwister Verantwortung übernehmen.

Dieser Aufgabe ist Lisi nicht gewachsen, greift immer öfter zur Flasche, entdeckt die Männer und ist seinen guten Ruf bald einmal los...

nach oben